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Interview mit der 1,0er-Abiturientin Lisa Haas

„Ich habe mich fünf Jahre lang auf das Abi vorbereitet“


Die Traumnote von 1,0 im Abi zu erreichen – vielen scheint das unmöglich. Trotzdem schaffen es laut Bayerischem Staatsministerium für Unterricht und Kultus jedes Jahr im Durchschnitt 400 Schüler. Eine von ihnen ist Lisa Haas, die in diesem Jahr ihr Abitur am Julius Echter-Gymnasium absolviert hat. Sabrina Ball von der Schülerzeitung des JEG traf sich für ein Interview mit ihr.

Sabrina Ball (SB): Wie hat es sich angefühlt, dein Abi-Zeugnis in den Händen zu halten?
Lisa Haas (LH): Ich war sehr erleichtert und habe vor Freude geweint. Das war wahrscheinlich einer der besten Momente in meinem Leben.
SB: Hast du bewusst auf 1,0 hingearbeitet?
LH: Ja, ich habe mich fünf Jahre lang darauf vorbereitet.
SB: Aus welchem Grund?
LH: Es gab mal eine Zeit, in der ich wirklich schlecht war. Da hatte ich in fast jedem Fach eine 4 oder 5. Ich wollte einfach besser in der Schule werden.
SB: Musstest du dir die Bezeichnung „Streber“ damals öfter anhören?
LH: Ich habe mich selbst immer als Streber gesehen. Das war nichts Beleidigendes, sondern nur mein Selbstverständnis. Ich saß auch immer in der ersten Reihe, weil das einfach zum Streberdasein dazugehört (lacht).
SB: Was waren deine Lieblingsfächer, und welche mochtest du gar nicht?
LH: Auf jeden Fall Geschichte, ansonsten mochte ich Deutsch und Latein sehr gerne. Biologie fand ich immer langweilig, Sport habe ich gehasst (lacht).
SB: Hattest du während der Vorbereitung auf das Abitur bestimmte Lernstrategien?
LH: In erster Linie Auswendiglernen und das tägliche Aufsagen des Lernstoffs, beispielsweise beim Duschen und Haareföhnen.
SB: War es oft schwer auch mal abzuschalten?
LH: Wenn man ständig arbeitet, denkt man nicht so viel darüber nach und es dient eher als Ablenkung. Trotzdem waren die fünf Jahre natürlich eine harte Zeit.
SB: Wie war Homeschooling für dich?
LH: Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass Corona mir mehr genützt als geschadet hat. Schließlich hatte ich mehr Zeit für Dinge, zu denen ich sonst weniger gekommen bin.
SB: Apropos Freizeit: Was sind deine Hobbys?
LH: Ich spiele Klavier und lese gerne, besonders historische Literatur. Ansonsten koche ich auch.
SB: Hast du eigentlich schon konkrete Zukunftspläne?
LH: Auf jeden Fall will ich Geschichte studieren, vielleicht mit Germanistik oder Archäologie. Und dann mache ich eventuell noch meinen Doktortitel. Ich bin kein großer Karrieremensch, wie man vielleicht denken würde. Ich will später mal ein ruhiges, glückliches Familienleben auf dem Land (lacht).
SB: Was rätst du Leuten, die ebenfalls diesen Schnitt erreichen wollen?
LH: Eigentlich kann man alles schaffen, was man sich in den Kopf setzt. Wenn man sich Pläne setzen und einhalten kann, Disziplin und Ausdauer sowie ein bisschen Hoffnung hat, dann ist das eigentlich kein Hexenwerk (lacht).
SB: Letzte Frage: Welche Gesamtnote würdest du unserer Schule geben?
LH: Ich würde dem Julius-Echter-Gymnasium eine 1 geben, denn es gibt nichts, was ich kritisieren könnte.
SB: Vielen Dank und alles Gute für die Zukunft!



 
23.07.2021 10:28:18 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster