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Feierliche Einf├╝hrung von Petra Hein in das Amt der Schulleiterin

Sich mit der Schule auf den Weg machen, mit Globus und Fernrohr im Gepäck
 



„Wo ist die Frau mit dem Dudelsack?“ Mit dieser nicht ganz protokollgemäßen Frage setzte am 18.11. die Amtseinführung von Petra Hein zur neuen Schulleiterin am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld ein. Vielleicht ein erstes Indiz dafür, dass ihr ausgeprägter Sinn für Humor sozusagen unbewusst die Stimmung der Feier in dem Sinn beeinflusst, dass dieses hochoffizielle Ereignis nicht nur mit ernsten und weihevollen, sondern auch mit herzlichen und lustigen Momenten aufwarten konnte. Gleich nach dem von besagter Frau, nämlich Lehrerin Lone Wulff bravourös dargebotenen Stück „Scotland the Brave“ fühlten sich die beiden Lehrerinnen Martina Röthlein und Susanne Pfefferer bei ihrer Begrüßung der Gäste, als ob sie mit der Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückgereist seien, denn genau dieselbe Konstellation gab es ja unlängst bei der Verabschiedung des Amtsvorgängers Ulrich Gronemann. Doch auf den Buchstaben G folgt H wie Hein; Anlass für die beiden sich im Wechsel ihre Assoziationen zum Buchstaben H und damit zur neuen Schulleiterin zuzuspielen, welche dann gleich in Herzform auf eine Stellwand geheftet werden, um dann bei „höllisch gut“ zu enden.

Auch Jens Marco Scherf, Landrat des Kreises Miltenberg, konnte sich einen Hinweis auf sein notorisches auftauchen am JEG nicht verkneifen. In seiner Rede verglich Scherf die Ansprüche an das Amt der Schulleiterin mit denjenigen an eine „eierlegende Wollmilchtigerin“, denn mit den gestiegenen Anforderungen an die Schule müsse ihr Leiterin eigentlich alles können, auch mal in Richtung Sachaufwandsträger die Zähne fletschen. Scherf hält es ganz mit dem Philosophen Leibniz: „Wer seine Schüler das ABC gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht als der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen.“ Dabei darf ein launiger Seitenhieb auf die Nöte der Digitalisierung nicht fehlen, sobald es um die moderne Schullandschaft geht.

Anschließend führte die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, Petra Hein offiziell in ihr Amt als neue Schulleiterin des JEG ein. Doch zuvor musste sie erst mit den Tücken des Mikrophons zurechtkommen, wobei ihr ein Musiklehrer gleich mit Rat und Tat hilfreich zur Seite stand. In ihrer Ansprache verwies die Ministerialbeauftragte scherzhaft darauf, dass die Besetzung des Schulleiterpostens keineswegs dem dynastischen Prinzip folge, auch wenn man am JEG den Verdacht hegen könnte, dass es hier schon so etwas wie eine „Kronprinzenregelung gebe, da Hein ja zuvor zwei Jahre lang Stellvertretende Schulleiterin am JEG gewesen war. Ausschlaggebend ist vielmehr die hohe fachliche Qualifikation, welche Hein auszeichne. So war sie bereits am Lehrstuhl für englische Didaktik tätig und MB-Fachreferentin für Französisch. Am Schluss machte sie deutlich, dass die langjährige Zugehörigkeit zum Kollegium des JEG zwar einerseits den Gedanken an ein „Heimspiel“ nahelege, zum anderen aber eben auch der Erwartungsdruck an eine bewährte Kollegin höher sei.

Mit einem „magischen Tipp“ machte sodann Jörg Giegerich den Gästen deutlich, worauf es ankomme. Und zwar nicht auf ungehemmten Alkoholkonsum, wie man bei seinem Trick, dem wundersamen Hervorzaubern vieler Weinflaschen aus einem Stahlzylinder, meinen möchte, sondern der Wein steht sinnbildlich für die Momente des Abschaltens, die man sich nach der aufreibenden Schulleitertätigkeit am Abend gönnen müsse.

Petra Hein selbst verwies in ihrer sehr persönlichen Rede auf die Metapher des Wegs, der bei ihr eben nicht schnurstracks Richtung Schulleitung geführt habe, sondern über Umwege von ihrer Heimat Zimmern am Main hierher. Denn Wege werden zu Wegen, erst wenn man sie geht. Für die nie erlahmende Unterstützung auf diesem Weg dankt Petra Hein ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Neben ihren zahlreichen Tätigkeiten im Schulbetrieb ist für sie der Weg ins Ausland, nämlich als Assistant Teacher in England, prägend gewesen. Deshalb liegen ihr auch schulische Austauschprogramme sehr am Herzen, etwa der Austausch mit Saint-Pierre-en-Auge, der französischen Partnerstadt ihres Heimtorts Kleinwallstadt. Für ihren weiteren Weg hat Petra Hein einen Rucksack gepackt, in den sie neben vielen anderen nützlichen Utensilien wie französische und englische Schulbücher (sic!) vor allem einen Globus und ein Fernrohr stecken will; Symbole für eine internationale Ausrichtung und Förderung jenseits des schulischen Elfenbeinturms. Wer begleitet sie auf ihrem Weg? „Ganz zentral auf meinem Weg sind die Schülerinnen und Schüler des JEG“, so Hein. Und sie schließt mit dem Appell: „Gehen wir den Weg gemeinsam.“

Zur besonderen Feststimmung trugen die vom Schulorchester und der Bigband mit viel Verve dargebotenen musikalischen Einlagen unter der Leitung der Musiklehrer Klaus Becker und Sebastian Tausch natürlich nicht unwesentlich bei. Zu erwähnen ist hier auch die Mitwirkung von Linus Hein, dem Sohn der Schulleiterin, der, begleitet von Becker am Klavier, mit einem Trompetensolo glänzte.

Der anrührendste Moment war sicherlich das Grußwort von Schülersprecherin Annika Groß. Sie wünschte Frau Hein schlicht, ihr Amt zu nutzen, um „viele schöne Erinnerungen machen zu können“.

Thum


 
21.11.2019 19:43:57 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster