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Latein zum Anfassen: Die jungen Lateiner vom JEG zu Besuch in der R├Âmersauna des Elsavamar

Am 26.02. besuchten Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld im Rahmen des Lateinunterrichts die neugestaltete Römersauna im Elsavamar. Empfangen wurden sie dort von einem „echten“ Römer in Gestalt von Joachim Oberle, dem Vorsitzenden des Freundeskreises des JEG, der als kundiger Führer einen Einblick in altrömische Badegewohnheiten gab. Wer da glaubt, dass Latein eine tote Sprache ist, wird gleich eines Besseren belehrt werden, denn im folgenden Bericht kommen bisweilen auch die alten Römer zu Wort.

Nach dem Umziehen im apodyterium (Umkleide) lauschten die discipuli Latini (Lateinschüler) den Worten des Gastgebers fast immer mit silentio. Sie staunten nicht wenig, als sie hörten, dass unterhalb der im Sportunterricht oft genutzten natatio (Schwimmanlage) ein wunderschöner Wellness-Bereich zu finden ist.

Ja hier lebt Latein noch! Man wärmt sich auf im tepidarium, schwitzt bei fast 100 Grad im sudatorium, kühlt sich im frigidarium mit kaltem Wasser ab, entspannt draußen im hortus (Garten) auf einem lectus oder bei angenehmer Wassertemperatur im caldarium . Auch hier ist ein Stück des römischen Erbes nachgebildet, der limes. Zur Stärkung und zum colloquium (Gespräch) lässt man sich in der taberna nieder.

Geschmückt mit den Büsten der Kaiser Marc Aurel, Caracalla, Nero et cetera bilden die Wände um den Springbrunnen (fons) im tepdarium ein passendes Ambiente für Entspannen nach römischem Vorbild.

Wie kommt es aber zur Bezeichnung „Dammsfeldstraße“ für die Straße, die am JEG vorbeiführt? Auch hier sind die alten Römer verantwortlich: Unter Kaiser Caracalla sollen die Römer an diesem Ort eine Schlacht gegen die Germanen geschlagen haben, wobei viel Blut vergossen wurde. Deswegen sprachen die Römern vom ager damnatus (verdammtes Feld), wie beim Spaziergang durch den hortus zu lesen ist.

Doch nicht nur Unterhaltung und Entspannung in den Thermen, sondern auch fleißiges Lernen und Arbeiten ist für eine gute Sprachkenntnis erforderlich. Die römischen Schulkinder der Antike lernten und schrieben eifrig. Dazu benutzten sie tabulae ceratae mit stilus (Wachstäfelchen mit Griffel), wie sie nun auch bei den Sechstklässlern des JEG zum Einsatz kommen können.

Die Schülerinnen und Schüler waren am Ende ihres Besuchs im Elsavamar ganz erstaunt, wie vielfältig das Erbe ist, das die Römer am Untermain hinterlassen haben: Latein lebt, wie Sie, lieber Leser, gerade eben auch erfahren haben.

Braun


 
11.03.2019 20:09:02 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster