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Synagogenbesuch

„Gelebtes Judentum - Die jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main“

Schüler der 9. Klassen besuchen die Westend-Synagoge und den jüdischen Gemeindefriedhof

Ein friedvolles Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen in einer pluralistischen und globalisierten Gesellschaft kann nur gelingen, wenn Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, diese auch kennen zu lernen – und zwar über die rein kognitive Auseinandersetzung im Unterricht hinaus. Die Möglichkeit des Besuchs der Synagoge und des Neuen Jüdischen Friedhofs der  jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main bietet jedes Jahr erneut eine besondere Chance für die 9. Klässler des JEGs, dem gelebten Judentum in Deutschland zu begegnen und mit praktizierenden Juden ins Gespräch zu kommen.

Die Westend-Synagoge stellt die größte Synagoge Frankfurts dar und beeindruckt mit einem der am aufwändigsten gestalteten Innenräume Deutschlands. Vor allem von der prachtvollen Kuppel und der Größe des detailreich ausgeschmückten Gebetsraumes zeigten sich die Jugendlichen nachhaltig beeindruckt, ebenso von dem fröhlichem „Schalom“, mit dem sie während der fachkundigen Führung von Rabbinern, die zeitgleich eine Tagung in der Synagoge abhielten, gegrüßt wurden und auch kurz mit einem von ihnen ins Gespräch kamen.

Die jüdische Gemeinde in Frankfurt nimmt eine Vorbildrolle ein, wenn es um das Miteinander von verschiedenen Glaubenstraditionen unter einem Dach geht. Ein von gegenseitiger Achtung und Toleranz getragenes Miteinander  prägt das Frankfurter Modell, das durch verschiedene Gebetsräume und „kleinere“ Synagogen in Nebenräumen unterschiedlich gelebten Richtungen im Judentum eine Heimat gibt, vor allem auch einem „Egalitären Minjan“, in dem Frauen und Männer gleichberechtig gezählt werden, um die festgelegte Mindestanzahl von 10 Personen (=Minjan) für einen Gottesdienst zu erreichen. In einer eigenen kleinen Synagoge innerhalb des Gebäudes der Westendsynagoge hält die liberale Rabbinerin Dr. Elisa Klapheck am Schabbat einen Gottesdienst auf Deutsch - eine Besonderheit, da orthodoxe Rechtsautoritäten die Bildung eines Minjan nur für männliche mündige Juden und Gottesdienste nur auf Hebräisch erlauben.

Diese Offenheit der Gemeindemitglieder für die Verschiedenheit untereinander als auch gegenüber unserer Schülergruppe bietet sicher eine Lernchance für unsere Schülerinnen und Schüler, die sich doch deutlich verwundert und teilweise auch erschrocken über die notwendigen hohen Sicherheitsvorkehrungen und permanente Polizeipräsenz äußerten.

Während der  Führung auf dem jüdischen Gemeindefriedhof verfolgten die Schüler trotz der kühlen Temperaturen mit großem Interesse die Erklärungen über Bestattungsbräuche, Trauerriten und Symbolik der Grabinschriften, was nicht zuletzt auch an der freundlichen und humorvollen Art des Friedhofvorstehers lag, der den Jugendlichen auch sehr ausführlich erklärte, worin genau die Unterschiede zwischen einem jüdischen, christlichen und muslimischen Friedhof liegen.

Auch wenn die Unterschiede zwischen den Religionen an verschiedenen Stellen deutlich hervortraten und auch thematisiert wurden, stand letztlich doch eine wichtige Erkenntnis im Vordergrund: „Schließlich glauben wir alle an den gleichen Gott!“ wie ein muslimischer Schüler treffend feststellte.

Walz



Schüler der Klassen 9c/d besuchen die Westend-Synagoge und den jüdischen Gemeindefriedhof

„Ich habe viel über das Judentum, die Bräuche und das Leben der Juden gelernt - jetzt habe ich noch größeren Respekt vor den streng lebenden Juden und ihren Regeln!“  - so eine 9. Klässlerin nach der Exkursion der Klassen 9 c/d zur Westend-Synagoge in Frankfurt am Main und dem dazugehörigen jüdischen Friedhof. In beiden Einrichtungen wurden die Schülergruppen fachkundig geführt und zeigten sich im Anschluss fasziniert von der eindrucksvollen Architektur, der Ausgestaltung sowie der wechselvollen und spannenden Geschichte des Gebäudes.
Die Westend-Synagoge stellt die größte Synagoge Frankfurts dar, die aufgrund ihrer Lage als einzige der vier Frankfurter Synagogen die Angriffe und Zerstörungen in der Zeit des Nationalsozialismus überstand, wenn auch, vor allem im Inneren, durch Brände schwer beschädigt. (http://www.jg-ffm.de/de/religioeses-leben/synagogen)



Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten zwischen 1980 und 1994 gilt die Westend- Synagoge als „architektonisches Schmuckstück“, mit einem der am aufwändigsten gestalteten Synagogen-Innenräumen Deutschlands. So verwundert es nicht, dass sich die Jugendlichen nachhaltig beeindruckt zeigten und auch noch an den Tagen nach der Fahrt vor allem von der prachtvollen Kuppel und der Größe des detailreich ausgeschmückten Gebetsraumes schwärmten. Sehr spannend war es auch für uns zu beobachten, wie zahlreiche Mitglieder der jüdischen Gemeinde ihren Glauben sichtbar praktizierten,  gingen doch während der Führungen permanent gläubige Juden in den Gebetsräumen der Westend-Synagoge umher, teils sehr leger gekleidet auf dem Weg in die Garderobe, teils schon mit Kippa, Tefillin und Tallit versehen, der typischen Gebetskleidung der männlichen Gläubigen.
Sieht man nur den Hauptraum der Synagoge, wird einem zunächst eine große Besonderheit und Stärke der Frankfurter jüdischen Gemeinde überhaupt nicht bewusst. Mit dem durch den Gemeindevorstand unterstützten Frankfurter Modell nimmt die jüdische Gemeinde Frankfurt eine Vorreiterrolle in Deutschland ein, da sie unter einem Dach sowohl streng orthodoxe Juden, als auch liberale jüdische Gruppierungen beherbergt. Das Modell, das auf einem pluralistischen Verständnis aufbaut, gibt durch verschiedene Gebetsräume und „kleinere“ Synagogen in Nebenräumen unterschiedlich gelebten Richtungen im Judentum eine Heimat, vor allem auch einem „Egalitären Minjan“, in dem Frauen und Männer gleichberechtig gezählt werden, um die festgelegte Mindestanzahl von 10 Personen (=Minjan) für einen Gottesdienst zu erreichen. In einer eigenen kleinen Synagoge innerhalb des Gebäudes der Westendsynagoge hält Rabbinerin Dr. Elisa Klapheck jeden Schabbat hier Gottesdienst - eine Besonderheit, da orthodoxe Rechtsautoritäten die Bildung eines Minjan nur für männliche mündige Juden erlauben.
Dieses von gegenseitiger Achtung und Toleranz geprägte Miteinander innerhalb der jüdischen Gemeinde sowie die Offenheit der Gemeindemitglieder gegenüber unserer Schülergruppe bietet sicher eine Lernchance für unsere Schülerinnen und Schüler, die sich doch deutlich verwundert und teilweise auch erschrocken über die notwendigen hohen Sicherheitsvorkehrungen und permanente Polizeipräsenz äußerten.
Während der  Führung auf dem jüdischen Gemeindefriedhof verfolgten die Schüler trotz der kühlen Temperaturen mit großem Interesse die Erklärungen über Bestattungsbräuche, Trauerriten und Symbolik der Grabinschriften, was nicht zuletzt auch an der freundlichen und humorvollen Art des Friedhofvorstehers lag, der den Jugendlichen auch sehr ausführlich erklärte, worin genau die Unterschiede zwischen einem jüdischen und einem christlichen Friedhof liegen.
Am Schluss blieben wenig Fragen, aber viele Eindrücke, die den Tag zu einem tollen Erlebnis für alle Schüler und ihre begleitenden Lehrkräfte werden ließ.

Für weitere Impressionen des Synagogenbesuchs besuchen Sie unsere Bildergalerie.
 
Walz