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Preisvergabe durch den Pädagogischen Austauschdienst

Indienaustausch des JEG war preiswürdig

Der Pädagogische Austauschdienst lobte das „nachhaltige Projekt“ des Gymnasiums

Aufwändig war es schon, als vor wenigen Jahren der Austausch des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld mit einer indischen Schule vorbereitet wurde. Jetzt wurden die Verantwortlichen für die Anstrengungen durch einen Preis belohnt: Der Pädagogische Austauschdienst betreut – zusammen mit dem Auswärtigen Amt und unterstützt von der Kultusministerkonferenz – rund 900 Schulpartnerschaften und hat nun zwölf von ihnen mit einer Urkunde für „Internationale Projekte, die nachhaltig wirken“, ausgezeichnet. In diesem Wettbewerb werden Projekte prämiert, bei denen die interkulturellen Begegnungen nicht „Eintagsfliegen“ bleiben, sondern bei denen in der Zusammenarbeit der Partnerschulen Kreativität und Nachhaltigkeit im Zentrum stehen.

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Zwölf Mädchen und drei Jungen nahmen am preisgekrönten Austausch des Julius-Echter-Gymnasium mit Indien teil. Vorne v.l.n.r in den Schuluniformen, die an der indischen Partnerschule getragen werden: Eva Leidecker, Jana Bauer, Nina Schreiber. Zweite Reihe v.l.n.r.: Julia Vorbeck, Sina Eichmann, Tina Uebing, Julia Seidler, Vera Schreck, Luisa Schäfer, StRin Dr. Iris Wagner, StR Volker Beck. Hinten v.l.n.r.: Lukas Almrittter, Felix Feußner, Nikolai Gallina, Selina Lieb, Magdalena Hess. Auf dem Bild fehlt Lea Fischer.

Studienrätin Dr. Iris Wagner und Studienrat Volker Beck waren im Herbst zusammen mit zwölf Mädchen und drei Jungen aus den Klassen 9 bis 10 für zwei Wochen nach Naida, einer Industriestadt im Norden Indiens gereist, einer Stadt mit 300 000 Einwohnern, die erst 1976 durch Sanjay, den Sohn der damaligen Premierministerin Indira Ghandi im Rahmen eines groß angelegten Urbanisierungsprogramms gegründet worden war. Als „südöstliche Vorstand von Dehli“ wird die Stadt bei Wikipedia bezeichnet. Aus den zwei Wochen an der Lotus Valley International School wurden drei, denn der berühmt-berüchtigte isländische Vulkan mit seinen Aschewolken hatte eine planmäßige Rückreise verhindert. Gelohnt hat sich diese Verlängerung auf jeden Fall: Einerseits konnte das ausgefeilte Besichtigungs- und Begegnungsprogramm ausgeweitet werden, andererseits gewannen die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit, um ihr gemeinsames Projekt mit den indischen Schülern abzurunden.
Um Bionik geht es in der Aktion, die in einer umfangreichen Veröffentlichung dokumentiert ist und in Kürze auf der Homepage des Pädagogischen Austauschdiensts nachzulesen sein wird. Bei Bionik geht es darum, „Erfindungen der belebten Natur“ zu entschlüsseln und sie ganz innovativ in die Technik umzusetzen. Viele Beispiele dafür haben die deutschen und die indischen Schüler gemeinsam untersucht. Ein paar Fragestellungen: Ist der „Lotus-Effekt“ auf Wände, Häuser oder Autos zu übertragen? Was haben Kletten und Klettverschlüsse miteinander zu tun? Welchen Nutzen haben Spinnennetze für die Menschen? Kann der Mensch von Fledermäusen und Delfinen hören lernen? Wie kann der Bauplan eines Bienenstocks in der Architektur umgesetzt werden? Diese und viele andere Fragen haben sich die Schüler gestellt und gemeinsam ganz praxisnah beantwortet – mal mit verblüffend positiven Ergebnissen, mal mit eher enttäuschenden Einsichten. So ist für die Austauschschüler nach wie vor die Frage ungelöst, ob sich Menschengruppen in Indien wie andere Mengen in der Natur verhalten – trotz eines aufwändigen Experiments.
Aber auch solche Erfahrungen sind wertvoll und der Praxisbezug im gemeinsamen Forschen und Experimentieren war es wohl auch, der den Pädagogischen Austauschdienst dazu brachte, die Schulpartnerschaft des JEG als eines von zwölf unter immerhin 900 Austauschprojekten auszuzeichnen. Für Schulleiter OStD Günther Siegel ein Grund für große Freude: „Das ist für mich ein ganz herausragender Preis“ sagte er, als er je ein Faksimile der Urkunde den Schülerinnen und Schülern aushändigte, damit sie es in ihr Portfolio einordnen können – Nachhaltigkeit eben!

Text und Bild: Heinz Linduschka, Main-Echo