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Krabat

Eindrücke eines Zuschauers zur Krabat-Inszenierung am JEG

Das Licht verlöscht, der Vorhang öffnet sich, der Zauber beginnt: Ein fantastisches Bühnenbild schafft sofort eine Stimmung, die den Zuschauer in ihren Bann schlägt. Und bei dieser Inszenierung stimmt in der Tat alles. Sie ist abgestimmt und feingestimmt auf und für die Vielstimmigkeit des dargestellten Lebens.
Die Theatergruppe des JEG unter der Regie von Christina Hessel und Dr. Bertram Söller agiert gekonnt, mit großer Ausstrahlungskraft, fast profihaft. Jemanden besonders herauszuheben, würde der Gesamtleistung vielleicht Abbruch tun: Und diese ist gewaltig und überaus bewundernswert.
Was wird nicht alles geboten? Gesang, Tanz in verschiedenen Variationen, Jahrmarkttreiben und Soldatendrill und natürlich das Geschehen um Krabat, seine Gefährdung und Erlösung. Das Mühlrad dreht sich. Es mag als Symbol stehen für all die kleinen Rädchen, die ineinandergreifen und den spannenden Plot in Bewegung setzen und immerzu halten. Eine überlegte Licht- und Musikdramaturgie, Kostüme und Masken intensivieren die Handlung, versetzen den Zuschauer noch tiefer hinein in die Emotionalität des Geschehens, mit dem er durch die geschickte Nutzung des in die Publikumsreihen verlängerten Bühnenraums ohnehin schon verbunden ist.
Das Wichtigste aber bleibt das Ensemble, Schauspielerinnen und Schauspieler von Klasse 6 bis 13: Wie sie den Raum aufteilen, textsicher agieren, deutlich artikulieren, gezielt Gestik und Mimik einsetzen, wie sie ihre Rollen verinnerlicht und sich angeeignet haben, das ist großartig und verdient Beifall, der vom hingerissenen Publikum zu Recht reichlich gespendet wird.
Die intensive Probenarbeit hat sich gelohnt. Die Zuschauer haben einen unvergesslichen Abend mit großem Schulschauspiel erlebt.
Toi, toi, toi für die zweite Aufführung! Das gesamte Ensemble und die hinter den Kulissen Agierenden dürfen stolz auf diese großartige Leistung sein. Und weiter so! Ein glücklicher, dankbarer Zuschauer freut sich schon auf die nächste Inszenierung!
 
Text: Paul Pagel, Theaterautor und ehemaliger Kulturamtsleiter der Stadt Würzburg