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Auf den Spuren Echters I

Auf den Spuren des Julius Echter – Stiftung Juliusspital Würzburg

 
„Mangel zu spüren für das arme, abgearbeitete und unvermögliche Volk,
 auch alte, kranke und presthafte und verlassene Leute
und Vorsorge geschehen zu lassen,
wie es die jetzige jüngste Zeit erfordern will.“
(Julius Echter: Idee und Aufgabe der Stiftung 1579)
 

Anlässlich des 400. Todestages des Namensgebers unserer Schule, des Julius-Echter-Gymnasiums, begaben sich die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe für einen Tag auf Spurensuche nach Würzburg.
Nach dem Besuch der Sonderausstellung zum 400. Todestag Julius Echters, welche rund 200 Exponate bot und einer Führung durch Würzburg merkte man schnell, dass man Julius Echter nicht nur mit der Hexenverbrennung verbinden sollte. Der Fürstbischof war ein Förderer der Musik, der Kunst und vor allem des Bildungswesens. Er sammelte Kunstwerke und Bücher, zu welchen seine Studenten freien Zugang erhielten. Außerdem errichtete Echter zahlreiche Kirchen und war zudem Gründer des nach ihm benannten Juliusspitals in Würzburg. Als Aufgabe der Stiftung sah er den „Mangel zu spüren für das arme, abgearbeitete und unvermögliche Volk, […] und Vorsorge geschehen zu lassen, wie es die jetzige jüngste Zeit erfordern will.“ In diesem Zusammenhang führte der nächste Programmpunkt die Schüler auf die Palliativstation des Juliusspitals. Hier lauschten sie gespannt einem Vortrag des Chefarztes. Es war ein sehr lehrreicher Besuch, denn nicht jeder wusste, dass auf einer Palliativstation Patienten vorrübergehend versorgt werden, bei denen keine Aussicht auf Heilung besteht. Die Palliativmedizin legt sehr viel Wert auf die Lebensqualität, nicht auf die Lebensdauer des Menschen und versucht somit die Krankheitssymptome bestmöglich zu lindern. In der Regel ist die Anwesenheit auf einer Palliativstation zeitlich auf zwei Wochen begrenzt.
Die Exkursion ging weiter und führte die Zehntklässler des JEG zum Würzburger Hospiz. Auf dem Weg dorthin waren sich viele unsicher und hatten ein wenig Sorge oder gar Angst, was sie dort erwarten würde. Alle Befürchtungen erwiesen sich aber als falsch. Die Schüler wurden sehr herzlich von der Leiterin des Hospiz empfangen und fühlten sich sehr willkommen. Von ihr erhielten die Schüler eine informative Führung. Ein Patient, welcher in das Hospiz kommt, wird eher als ein Gast betrachtet, welcher trotz seiner unheilbaren Erkrankung Recht auf ein würdiges und wertvolles Leben hat. Jeder Mensch steht hier im Vordergrund und somit all seine Bedürfnisse und all seine Wünsche, die er ausspricht. Man gibt dem Menschen an seinem Lebensende nochmals eine größtmögliche Autonomie und Lebensqualität.
Am Ende dieser Schulveranstaltung der besonderen Art änderte sich bei so manchem Schüler das Denken über solche Einrichtungen, aber auch über den Tod selbst.
Pauline Kowalczyk