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Abiturjahrgang 2013

Zwischen Freude und Wehmut: Der Adel dankt ab

96 Absolventen nehmen ihre Abiturzeugnisse entgegen - Mit Ehrgeiz und Idealen im Leben glücklich werden

„Alles neu“ lautete das Motto des Abiturgottesdienstes, „Westminster Abi - der Adel dankt ab“ hatten sich die 96 Absolventen am JEG über ihre Abiturfeier am Freitag geschrieben. Einiges war neu an dieser Veranstaltung, die heuer am JEG zum 24. Mal seit 1980 stattfand. Zeugnisübergabe und Abiturball waren zum ersten Mal getrennt.

Der offizielle Teil fand am Nachmittag in der Halle des Schulzentrums statt, die fast zu klein für die zahlreichen Gäste war. Für den Ball zog die Festgesellschaft ins Elsenfelder Bürgerzentrum um. Die Stimmung der über zweistündigen, festlichen Verabschiedung war eine Mischung aus Freude und Nachdenklichkeit, wozu sicher auch die nicht optimale Einstellung der Lautsprecheranlage beitrug.
Der Abi-Chor interpretierte Titel wie „Tage wie dieser“ und „Mama mia“ mit „gebremsten Schaum“. Lisa Hollunder hatte sich den Song aus dem Katastrophenfilm Titanic „My heart will go on“ für ihren Solovortrag ausgewählt, Sophia Krix bot am Klavier Griegs lyrische Miniatur „Hochzeit auf Trollhaugen“ verspielt und nachdenklich, bevor Ramona Smrsch mit intensiver Stimme zur Gitarre mit Emely Sandés Song „Next to me“ eine Art „Zuversicht trotz alledem“ vermittelte, die in Zeilen wie „ich weiß, dass das für mich kein Grund zur Panik ist,/ Denn ich werde ihn finden, ich werde ihn neben mir finden“ zum Ausdruck kam.
Optimismus und Nachdenklichkeit auch in den Reden: Landrat Roland Schwing gratulierte den Absolventen und versicherte: „Sie gehören zu den künftigen Leistungsträgern.“ Bürgermeister Matthias Luxem mahnte Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein an und warnte davor, den „Staat als Versorgungszentrale“ misszuverstehen. Für den Freundeskreis JEG warb Kontaktlehrer Helmut Leitsch dafür, die Verbindung zur Schule nicht aufzugeben und sich im Freundeskreis zu engagieren, der heuer zum ersten Mal den Abiturball im Bürgerzentrum organisiert. Er übergab den JEG-typischen Hilde-Domin-Preis für die beste Leistung im Fach Deutsch an Marie Inés Kallenberg.
Nach vielen Jahren als Vorsitzender des Elternbeirats stellte Albert Schott moralische Werte und soziale Kompetenzen ins Zentrum seiner letzten Rede in dieser Funktion. Mit leichter Ironie schrieb er den Abiturienten, den „werten Aristokraten“, ins Stammbuch: „Auch Adlige machen sich immer wieder zum Narren.“ Ein Thema, das auch der Schulleiter Ulrich Gronemann in seiner Rede aufgriff, indem er auf einen völlig misslungenen „Abiturscherz“ einging, bei dem vor wenigen Tagen eine kleine Gruppe der Abiturienten für Missstimmung gesorgt hatte - auch zum Schaden ihrer erfreulich konstruktiven Mitschüler.
Im Zentrum seiner ersten und ausführlichen Rede stellte der Schulleiter vor Übergabe der Reifezeugnisse herausragende Beispiele aus 200 Jahren Geschichte vor, Beispiele von Menschen, die durch Konsequenz, Ehrgeiz, Ideale und Utopien und durch große Zielstrebigkeit letztlich in ihrem Leben erfolgreich gewirkt und zu Vorbildern für andere geworden sind.
Gronemann wies darauf hin, dass unter den 96 Absolventen zum ersten Mal 16 junge Frauen und Männer aus der Einführungsklasse sind, Quereinsteiger in den gymnasialen Schulzweig. Er formulierte das Motto der Feier um in „Der Adel tritt an!“ und forderte dazu auf, den eigenen Weg zu gehen: „Ihr müsst mit eurer Berufswahl glücklich werden!“
Mit Kinderbildern als Kulisse und zu selbst gewählten Melodien konnten schließlich 96 Absolventen ihr Reifezeugnis entgegennehmen, 26 davon mit einem Notendurchschnitt besser als 2,0. Und mit Julia Vorbeck erreichte eine Abiturientin den Traumdurchschnitt von 1,0.
 

Die 96 Abiturienten des Jahrgangs 2013

Aschaffenburg: Lisa Hollunder und Eduard Pecheanu; Breuberg: Franziska Löbig und Simon Gündling; Elsenfeld: Hanna Bachmann (1,5), Robin Baudisch, Chris Becker (1,9), Sina Eichmann, Laura Einwiller, Lukas Elter (1,9), Felix Feußner (1,2), Jan Fleischer, Esra Kahveci, Maria Anna Kehrer (1,9), Jessica Oberle, Mandy Ruhs, Lara Schanzenbacher (1,3), Julia Schönig, Alexandra Schuck, Enrico Schwind, Sandra Stehlik (1,6) und Philipp Zöller; Erlenbach: Florian Bauer, Gabriel Berninger, Jennifer Haftstein, Klara Pokorny, Susanne Reeg, Irini Schott, Maximilian Trautmann, Vanessa Vogel, Özge Yilmaz und Christina Zimmermann; Eschau: Nadine Aichinger, Janina Reichert, Felix Roßmann und Julia Schlosser; Großwallstadt: Janine Vogel und Julia Vorbeck (1,0); Hausen: Elena Fellenberg und Sophia Krix (1,6); Höchst: Marie-Sophie Beckerbauer (1,4), Jonas Tönsing (1,9) und Annika Trosbach; Kleinwallstadt: Cinthia Diehn, Rene Hauck (1,9), Lisa Petermann, Maxine Röser und Nils Schopper; Klingenberg: Niklas Beller, Andrej Demtschenko, Tamara Frieß, Maximilian Gerhardt, Martin Gronemann, Alexandra Ühlein und Florian Ühlein (1,9); Leidersbach: Vanessa Bachmann (1,6), Alexandra Sauer, Patricia Schäfer, Lea Schüßler und Andrea Volz (1,7); Lützelbach: Damaris Heger (1,6), Angelina Kestler (1,7) und Marina Schnellbacher; Mömlingen: Christine Faust, Selina Lieb, Eva Morschhäuser, Saskia Mühlon, Mariska Muth, Tim Ostheimer, Dominik Schlabs, Ramona Smrsch und Julius Wagner (1,5); Niedernberg: Andreas Bauer, Melissa Lochner, Daniela Novak, Ramona Peter und Luisa Stripp; Obernburg: Katharina Appel (1,4), Marcus Berninger , Eva Fischer, Anna Hohm (1,3), Anna Horn (1,4), Marie Inés Kallenberg (1,7), Eva Leidecker (1,7), Katrin Specht, Tina Uebing (1,7), Nina Wagner und Emile Yoncaova; Röllbach: Rene Sendelbach; Sulzbach: Lukas Almritter, Jonas Maier, Franziska May (1,4) und Michael Robinson; Weilbach: Tamara Wiesel; Wörth: Salome Faßold und Julian Krueger (1,9).
 
Text und Foto: Heinz Linduschka