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Nachruf

Dr. Manfred Janke, der zweite Schulleiter am JEG, ist gestorben

Am Heiligen Abend 2016 starb Dr. Manfed Janke im Alter von 78 Jahren. Dr. Janke leitete von 1979 bis 1986 als zweiter Schulleiter nach Karlheinz Gleußner das JEG und war damit auch für die erste Abiturprüfung an der noch jungen Schule im Jahr 1980 verantwortlich. 1938 in Ratibor/Oberschlesien geboren und am Kriegsende mit seinen Eltern nach Ansbach geflohen, legte er dort 1957 sein Abitur ab, studierte Alte Sprachen und Geschichte in Würzburg, wo er 1962 sein wissenschaftliches Staatsexamen ablegte. 1963 promovierte er mit einer Arbeit über den griechischen Lokalhistoriker Memnon von Herakleia beim berühmten Althistoriker Hermann Bengtson. Nach dem Zweitstudium in Politologie und Soziologie kam er als Studienrat ans Würzburger Riemenschneider-Gymnasium. Er unterrichtete Latein, Griechisch, Geschichte, Sozialkunde und Geografie, war von 1975 bis 1979 Seminarleiter für Sozialkunde am Riemenschneider-Gymnasium, bevor er im September als Schulleiter an das JEG kam und hier OStD Gleusner ablöste, der die Schulleiterstelle am Johannes-Butzbach-Gymnasium übernahm.
Elsenfeld war für Dr. Janke erklärtermaßen eine Station in seiner Karriere, die er 1986 als Schulleiter am Riemenschneider-Gymnasium fortsetzte. 1989 und 1990 war er nach der „Wende“ daneben auch für das Kultusministerium von Sachsen-Anhalt in Magdeburg tätig und leistete seinen Beitrag beim Auf- und Umbau des dortigen Schulsystems nach der Wiedervereinigung. Für das JEG leistete Dr. Janke mit seiner energischen und souveränen Führung wichtige Aufbauarbeit. Am Anfang seiner Tätigkeit konnte es sich über rund 120 Neuanmeldungen für die 5. Klassen im Schuljahr 1980/81 freuen. Die Schülerzahl wuchs auf 730. Zufrieden zeigte er sich damit, dass mit Beginn des Jahres 1984 der Landkreis Miltenberg als Sachaufwandsträger der Schule auftrat. In seinem Rückblick im Jahresbericht schrieb er von der „bekannt schulfreundlichen Haltung des Landkreises“, eine Einschätzung, die auch seine drei Nachfolger, die Oberstudiendirektoren Manfred Geltinger, Günther Siegel und Ulrich Gronemann immer wieder bestätigen konnten.
Trotz seines Einsatzes für das JEG ließ Dr. Janke nie einen Zweifel daran, dass es ihn wieder nach Würzburg zurückzog. Dass er Ende des Schuljahrs 1985/86 die Chance nutzte, den freiwerdenden Schulleiterposten an „seinem“ Riemenschneider-Gymnasium zu übernehmen, war für niemanden, der ihn besser kannte, eine Überraschung. Trotz des zahlenmäßigen Rückgangs zwischen 1982 und 1986 auf rund 530 Schülerinnen und Schüler hat sich unter seiner Leitung das JEG zweifellos positiv weiterentwickelt. Der Ausbau des Wahlunterrichts, der ein wesentlicher Grund für das gute Ansehen der Schule in der Öffentlichkeit war, das Engagement für den Schüleraustausch und die erfreulichen Abiturergebnisse zählen ganz sicher zu den bleibenden Leistungen des Schulleiters Dr. Janke in Elsenfeld. Wer ihn besser kannte, wird sich noch gut an sein Engagement für und seine Liebe zum Tennissport erinnern. Wer mit ihm in schulischen Funktionen zusammenarbeitete schätzte sein konzentriertes Arbeiten, das es ihm auch erlaubte, in der Wochenmitte regelmäßig eine Fahrt nach Würzburg einzuplanen, ohne dass dadurch seine Arbeit als Schulleiter gelitten hätte. Bei seinem letzten Rückblick im Jahresbericht 1986 verabschiedete er sich mit den Worten: „Leider habe ich keinen Riesenbagger gefunden, der das Julius-Echter-Gymnasium samt Inhalt und Umfeld um 60 km näher an Würzburg herantransportieren könnte.“
Was bleibt? Ganz sicher die Tatsache, dass sich unter seiner festen, aber auch souveränen Leitung das junge Kollegium des JEG freischwimmen konnte, dass er Lehrer und Verwaltung zu Eigenverantwortung motivierte und eine gute Basis für die Erfolgsgeschichte des noch jungen JEG in der Schullandschaft des Landkreises legte.
Dr. Linduschka

 
03.05.2017 19:10:06 | Julius-Echter-Gymnasium, JEG Webmaster