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Experimentierfreude verbindet Schüler weltweit

Bionik wirft einen Blick in die Zukunft und verbindet deutsche und indische Mädchen und Jungen

Das Julius-Echter-Gymnasium hat bei dem Projektwettbewerb 2010 des PAD (Pädagogischer Austauschdienst) eine Auszeichnung als eines der besten zwölf Projekte für die gemeinsame Arbeit mit der „Lotus Valley International School“ (Indien) am Projekt „Bionik- Erfindungen der belebten Natur“ erhalten.
Für das Schuljahr 2014/15 hat sich unsere Schule für den nun schon traditionellen deutsch-indischen Schüleraustausch mit dem Thema „Bionics – Learning from Nature“ um die Ausschreibung zur Teilnahme am Förderwettbewerb „Deutsch-indisches Klassenzimmer“ der Robert-Bosch-Stiftung bemüht und wurde dafür auch letztendlich ausgewählt (http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/56302.asp).
Bedingung für die großzügige finanzielle Unterstützung, ist unter anderem die Durchführung einer gemeinsamen, einjährigen Projektarbeit. So beschäftigten sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler nicht nur in den beiden Austauschphasen, sondern darüber hinaus in regelmäßigen Abständenüber ein ganzes Jahr verteilt, intensiv mit Fragestellungen der Bionik. In mehreren Treffen standen Themen wie der Klettverschluss, selbstreinigende Oberflächen, die Biosolarzelle, Frac-Therm Absorber®, Faserverbundmaterialien oder der Traum vom Fliegen auf dem Programm. Im Mittelpunkt stand dabei neben dem fachlichen Hintergrundwissen vor allem das praktische Arbeiten. In zahlreichen Experimenten wurden die bionischen Phänomene erarbeitet.

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Aber auch der Besuch der indischen Austauschschüler in Deutschland, stand unter dem Leitgedanke der Bionik. Im Juli 2014 veranstaltete deshalb das JEG einen Bioniktag für die 16 Mädchen und Jungen aus der südindischen Dehli Public School East und ihre 16 deutsche Partner aus den 9. Klassen. Die Workshops von zwei externen Partnern fanden bei den Schülerinnen und Schülern sehr viel Interesse. Kein Wunder: Machten sie doch klar, dass Vieles, was heute wie Zukunftsmusik klingt, unmittelbar bevorstehen könnte.
Thomas Schiller von Technik LPE hatte einige humanoide Roboter mitgebracht und führte vor, wie man sie einsetzen kann. Das kleine technische Wunderwerk begrüßte die Mädchen und Jungen in klarem, gut verständlichem Englisch und im Anschluss daran durften die Schülerinnen und Schüler die sogenannten NAO-Roboter selbst programmieren und testen.
Mindestens genau so aufmerksam verfolgten die deutsch-indischen Jugendlichen, was Adrienne Finzsch über den „Emergency Airdrop“ zu erzählen hatte. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Hilfsgüterabwurfsystem für Katastrophengebiete. Vorbild für die Funktion war der Ahornsamen, der mit seiner Rotation einen präzisen Flug und eine sanfte Landung gewährleisten kann und damit auch das Abwerfen von fragilen Gütern ohne Fallschirm erlaubt. Die Schülerinnen und Schülern griffen dann auch selbst zu Schere und Leim und bauten das Modell eines solchen „Airdrops“ zusammen. Dass sie dabei erfolgreich waren, konnten sie selbst testen, als sie die Papiermodelle wie Ahornsamen rotierend zu Boden fallen ließen.
Bei einem Besuch der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg, erfuhren die Teilnehmer des Austauschs in zwei sehr interessanten Vorträgen genaueres zu zwei aktuellen Forschungsprojekten der Bionik. Beim BIOSOL-Projekt wird versucht, das Sonnenlicht direkt durch Sonnenkollektoren um das 700 fache zu konzentrieren um es über Kunststoffkabel direkt ins Rauminnere weiterzuleiten. So möchte man verhindern, das Sonnenlicht erst in Strom umzuwandeln, der daraufhin mit erneuten Verlusten wieder in Licht umgewandelt wird. Der zweite Projektvortrag gab den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Projekt „Ohm-Krabbler“ bei dem es um einen von Spinnen inspirierten Laufroboter geht.
Eine weitere Exkursion war der Besuch der Bionik-Dauerausstellung im Technomuseum in Mannheim und die Durchführung von einem Workshop zum Thema „Der Traum vom Fliegen“.
Auch die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars„Bionik“ haben sich intensiv um die indischen Gäste und ihre deutschen Gastschülern gekümmert, indem sie Workshops zu den Themen „Faltungen in der Natur“, „Stabilität durch die Zugdreiecksmethode“ und „Finray-Effekt®“ bilingual vorbereitet und durchgeführt haben.
Mit der Auseinandersetzung von bionischen Prinzipien wurde den Schüler/innen die Bedeutung der Nachhaltigkeit bewusst. Innovative Produkte, die z.B. Treibstoffe einsparen können oder die Langlebigkeit von Bauteilen erhöhen, führen zu einer Ressourcenschonung und Kosteneinsparung, welche unerlässliche Faktoren für einen Wirtschaftsstandort sind.
Als Projektabschluss hat das JEG an zwei Tagen drei Klassen der Mozart-Grundschule Elsenfeld eingeladen. Lernen durch Lehren lautete das Motto für die Schüler/innen des JEG. Anhand selbst gestalteter Stationen mit schönem Anschauungsmaterial und interessanten Experimenten konnten sie den Viertklässlern in vier Stationen die Bionik näherbringen. Diese zeigten sich sehr interessiert am Lotus-Effekt®, an dem vom Ahornsamen inspirierten Hilfsgüterabwurfsystem, am Traum vom Fliegen und der Wärmedämmung des Eisbären.
Experimentierfreude verbindet Jugendliche nicht nur weltweit sondern auch regional. Aus diesem Grund haben das JEG und die Mozartschule in einer dauerhaften Kooperation beschlossen, dass die vierten Klassen in Zukunft regelmäßig das JEG besuchen, um etwas über die interessanten Phänomene der Bionik und Technik zu erfahren.

Bild Grundschule
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Jörg Giegerich