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Projekttag Meinungsfreiheit

Projekttag im Zeichen der Meinungsfreiheit am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld

 
Ein Vormittag im Zeichen der Meinungsfreiheit fand im Zusammenhang mit der Verleihung des Aschaffenburger Mutig-Preises 2015 an die Organisation „Reporter ohne Grenzen e. V.“ am Julius-Echter-Gymnasium Elsenfeld statt.
Der gastgebende Sozialkundefachbetreuer Studiendirektor Ansgar Stich und der Organisator des Mutig-Preises Wolfgang Gärthe forderten angesichts der Aktualität des Themas „Mut im öffentlichen Raum“ die Schüler auf, Zivilcourage im Alltag zu zeigen. Das bedeute aber auch, z. B. in einer Bedrohungssituation angemessen zu reagieren. „Wenn man die Beine in die Hand nimmt und dann die Polizei mit dem Handy ruft!“, so Gärthe, „kann das auch richtig sein: Alles ist besser, als wegzuschauen!“ 
Ohne mutige Journalisten, die genau hinschauen, stünden uns oft keine unabhängigen Informationen zur Verfügung. Gerade angesichts der aktuellen unsicheren Weltlage sind wir darauf angewiesen, möglichst objektive Berichte direkt aus dem Krisengebiet zu erhalten Diese oft gefährliche Aufgabe verlangt neben Professionalität auch Mut und Idealismus von denen, die sich ein unverfälschtes Bild machen wollen.
Im ersten Teil des Projekttags arbeiteten die Neuntklässler des JEG in verschiedenen von Oberstudienrätin Susanne Pfefferer und Oberstudienrat Alexander Thum vorbereiteten Workshops: Sehr differenzierte Beispiele zur „Freiheit des künstlerischen Ausdrucks“ sowie „Versammlungsfreiheit für Pegida-Demonstrationen?“ korrespondierten glänzend mit eher grundlegenden Fragen zur Meinungsfreiheit als Menschenrecht. Der Geschäftsführer der deutschen Sektion Christian Mihr stellte die internationale Hilfsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ vor.



Im zweiten Teil des Projekttags mit Schülern der 10. Jahrgangsstufe des Julius-Echter-Gymnasiums erklärte Mihr: Wer die Informationen kontrolliert, kontrolliert sein Land! Das gilt für ferne Diktaturen ebenso wie z. B. in Russland oder der Türkei in unserer mittelbaren Nachbarschaft.
Großes Interesse der Jugendlichen bestand an Fällen getöteter oder entführter Journalisten, u. a. aus Kolumbien, wo Mihr selbst tätig war, aber z. B. auch aus Syrien.  Die Organisation verlegt ein begehrtes Sicherheitshandbuch: „Man erfährt im Studium, wie man einen Bericht verfasst, nicht wie man sich im Gefechtsfall selbst schützt“, so Mihr.
Am Ende resümierten die Beteiligten, dass Meinungsfreiheit ein hohes demokratisches Gut ist, das es zu verteidigen gilt: sowohl zu Hause wie in der Schule, aber auch in der Welt. 
 
Ansgar Stich