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Neue Zusammenarbeit: JEG und Helios-Klinik Erlenbach

Sozialwissenschaftlicher Zweig des JEG kooperiert seit diesem Schuljahr mit der Helios-Klinik Erlenbach beim Pflegehelferkurs

Soziale Kälte, Egoismus in der Gesellschaft, lauter Ich-linge in der heutigen Jugend? Das sind altbekannte Klagen, die sich nur kaum auf die Schülerinnen und Schüler des sozialwissenschaftlichen Zweigs des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld anwenden lassen.
Neben dem vermehrten Unterricht in Sozialkunde und Sozialpraktischer Grundbildung sowie verschiedenen sozialen Aktivitäten wie dem alljährlichen gemeinsamen Musikprojekt mit dem Förderzentrum Richard-Galmbacher-Schule durchlaufen sie alle das zentral zum Profil gehörige Sozialpraktikum. Dieses ist das einzige verpflichtend vorgeschriebene Praktikum im bayerischen Gymnasium. „Andere Praktika, die an manchen Gymnasien freiwillig angeboten werden,“ so Oberstudienrat Ansgar Stich, Praktikumslehrer am JEG und in Personalunion zuständiger Referent des Staatsinstituts für Schulqualität (ISB) in München, „sind zusätzlich und nicht verpflichtend eingebundener Teil der gymnasialen Ausbildung“.
Pädagogisches Ziel des Sozialpraktikums ist es, den Schülerinnen und Schülern eine vertiefte Begegnung mit der sozialen Wirklichkeit zu vermitteln und ihnen Formen sozialer Tätigkeit sowie die Notwendigkeit sozialen Engagements näherzubringen. Gerade in Zeiten des demografischen Wandels ist das eine gesellschaftlich besonders wertvolle Ausrichtung und auch von sehr praktischem Nutzen, wenn die Schülerinnen und Schüler Fähigkeiten zur Mithilfe bei der Betreuung pflegebedürftiger Menschen ihres eigenen Haushalts, z. B. die Großeltern, erwerben.

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Pflegehelferkurs mit der Helios-Klinik

Seit vielen Jahren bereichert das Julius-Echter-Gymnasium die Münchener Vorgaben bezüglich des Sozialpraktikums um die Ausbildung aller Schülerinnen und Schüler des sozialwissenschaftlichen Zweigs zu Pflegerhelferinnen und Pflegehelfern. Hierbei handelt es sich um eine staatlich anerkannte Zusatzqualifikation, die auch im späteren Berufsleben, etwa bei Bewerbungen, von deutlichem Vorteil ist. Seit diesem Schuljahr bietet die Helios-Klinik Erlenbach den Elsenfelder Schülerinnen und Schülern einen einwöchigen Pflegehelferkurs in der betriebseigenen Pflegeschule an. Dieser Kurs wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Im Anschluss daran folgt in den Schulferien ein zweiwöchiges Praktikum in einer pflegerischen sozialen Einrichtung, etwa in der Helios-Klinik selbst oder in verschiedenen Altenpflege- oder Behinderteneinrichtungen des Umkreises. Alles zusammen führt zur Zertifizierung als Pflegehelferin bzw. Pflegehelfer.
Dank der professionellen Unterstützung durch die Helios-Klinik erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen im gesundheitlich-pflegerischen Bereich. Aber nicht nur das: Der praktische Teil in der Pflegeeinrichtung ist zentraler Bestandteil und unterstützt neben dem Erwerb von Fachkenntnissen auch bei der Entwicklung von Personal- und Sozialkompetenzen: Welcher Jugendliche wagt sich sonst an zu pflegende Menschen? Hier werden zunächst theoretische Grundlagen gelegt und dann praktisch angewendet. Man kann also beruhigt die Pflegebedürftigen den Schülerinnen und Schülern anvertrauen. Und diese reifen als Persönlichkeit an ihrer Aufgabe. Und nicht zuletzt nehmen sie auch noch den Erste-Hilfe-Schein mit, den sie für ihren Führerschein ohnehin brauchen.

„Wir sind sehr froh, mit der Helios-Klinik Erlenbach einen kompetenten und verlässlichen Partner gefunden zu haben, um das langjährige Angebot des Pflegehelferkurses am JEG fortzuführen und weiterzuentwickeln“, sagt Schulleiter Ulrich Gronemann und betont: „Ich habe auch in meiner Rolle als Vater zweier JEG-Schüler erleben dürfen, dass der Kurs und das Praktikum die Persönlichkeit umfassend bilden, also den gymnasialen Bildungsauftrag im besten Sinne erfüllen!“

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Text: Stich