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Besuch der Entwicklungshelferin Maria Hisch

Sechs Kilometer einfache Strecke Schulweg – jeden Tag und das zu Fuß

Für die meisten Schülerinnen und Schüler aus unserer Gegend ist es wohl kaum vorstellbar, wie froh und begeistert der kleine Ali aus Tansania Tag für Tag sechs Kilometer zur Schule lief, als man ihm die Chance dazu bot.

Maria Hisch, Schulreferentin der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg (DAHW, das nach wie vor gültige Kürzel des ehemaligen Deutschen Aussätzigen Hilfswerks), sprach mit ca. 50 höchst gespannten und aufmerksamen Mädchen und Jungen aus zwei sechsten Klassen des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld. StD Dr. Bertram Söller und StD Ansgar Stich haben die Entwicklungshelferin in ihre Religionsklassen eingeladen, um im Rahmen des Lehrplanthemas „Kinder der Einen Welt“ einen möglichst authentischen Bericht zu bekommen. Maria Hisch hat 16 Jahre in Brasilien, Thailand, Äthiopien und – die längste Zeit – in Tansania gelebt, weiß also, wovon sie redet, wenn sie sehr anschaulich mit vielen Bildern, mit Spielzeugen und vielen anderen Gegenständen von dem Land erzählt, in dem auch die Partnerschule des JEG, nämlich in der südwestlichen Stadt Mbinga, liegt.
 Frau Hisch erzählte von vielen alltäglichen Begebenheiten des Lebens in Afrika, so z. B. wie schwierig und aufwändig es für eine Frau in Tansania ist, das Essen für die Großfamilie zuzubereiten, wie mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand aus einer großen Schüssel gegessen wird und wie viel Arbeit es macht, bis man unter einem Topf endlich Feuer gemacht hat. Auch dass es in vielen Dörfern gar keine Schule gibt, dass die Lehrer in den Grundschulen, von den Eltern der Schüler mit Naturalien entlohnt werden müssen und weiterführende Schulen nicht wenig Schulgeld kosten. Sie staffiert einige Schülerinnen und Schüler mit traditionellen Gewändern so aus, dass sie eine tansanische Familie darstellen könnten.  
 
Besonders beeindruckend ist, wie man mit doch recht einfachen Dingen durchaus glücklich sein kann: Spielzeugautos aus altem Blech, selbst gemachte Fußbälle aus Stoffresten oder kleine Schiffchen aus Zuckerrohr. Alle waren nämlich sehr beeindruckt, als sie sahen, wie froh und begeistert der kleine Ali aus Tansania Tag für Tag sechs Kilometer zur Schule lief, als man ihm die Chance dazu bot.
Nichtsdestotrotz brauchen die Menschen in Tansania noch viel Unterstützung zur Entwicklung. Dass dies eine Hilfe zur Selbsthilfe sein muss, wird Frau Hisch nicht müde zu betonen.    


 
Ansgar Stich