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Grundwissen Geschichte Jahrgangsstufe 10

Anleitung


Klicke auf die Balken mit den Grundwissensbegriffen, um die Beschreibungen aufzuklappen oder wieder zu schließen! So kannst du dein Grundwissen selbstständig überprüfen und einüben!
Viel Spaß und Erfolg wünscht dir die Fachschaft Geschichte!


1. Fähigkeit, den in Jahrgangsstufe 10 behandelten historischen Zeitraum anhand folgender Daten zu gliedern:

1961/62


Kubakrise

Karikatur zur Kubakrise, einem Höhepunkt des Kalten Krieges: Nikita Chruschtschow, Ministerpräsident der Sowjetunion, und US-Präsident John F. Kennedy beim Armdrücken, während sie auf Wasserstoffbomben sitzen und ihre Finger über den Abschussknöpfen haben.
 

1972


Grundlagenvertrag

Unterzeichnung des Grundlagenvertrags
(links: Michael Kohl, rechts: Egon Bahr)
 

ab 1985


Reformpolitik in der UdSSR

Michail Gorbatschow (1987)
 

1989


Umbruch im Ostblock

 

9. November 1989


Öffnung der innerdeutschen Grenze

 

3. Oktober 1990


„Tag der Deutschen Einheit“

 

1992


Vertrag von Maastricht

Polnische Kinder bei Jubelfeierlichkeiten anlässlich des EU-Beitritts
 

2. Fähigkeit, die folgenden historischen Begriffe zu verstehen, analytisch anzuwenden und sich mit ihrer Hilfe in Geschichte und Gegenwart zu orientieren:

Kubakrise


Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen den USA und der UdSSR. Ausgelöst durch die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba, steht die Welt 1962 vor einem dritten Weltkrieg. US-Präsident Kennedy verhängt eine Seeblockade vor Kuba.
Ministerpräsident Chruschtschow lenkt in letzter Minute ein und verhindert einen militärischen Konflikt. Die Sowjetunion zieht ihre Raketen von Kuba ab und die USA ihre in der Türkei stationierten und auf Moskau gerichteten ebenfalls. Eine ständige Fernsprechverbindung („Heißer Draht“) zwischen Washington und Moskau wird eingerichtet.
 

JFK verkündet im TV die Blockade
 

68er Bewegung


Protestbewegung, v.a. von Studenten, die sich gegen die autoritären Gesellschaftsstrukturen der „Ära Adenauer“ wenden und grundlegende Reformen des Bildungswesens („Unter den Talaren, Muff von 1000 Jahren“), der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse und der kapitalistischen Konsumgesellschaft fordern. Diese Bewegung verurteilt auch den Krieg der USA gegen Nordvietnam. Zahlreiche Forderungen der 68er (z.B. „Bildung für alle“) sind heute weitgehend verwirklicht.
 

Einer der Wortführer der 68er: Studentenführer Rudi Dutschke bei einer Demonstration
 

Entspannungspolitik


Phase der Ost-West-Politik zwischen 1966 (Beginn der Großen Koalition) und 1979 (NATO- Doppelbeschluss und Einmarsch der UdSSR in Afghanistan). Die USA und die UdSSR schließen Abkommen über die Begrenzung nuklearer Waffen. In der BRD beginnt die Politik der Verständigung mit den östlichen Nachbarn unter der Leitlinie: „Wandel durch Annäherung“. Ziel dieser Politik ist es, menschliche Erleichterungen zwischen Ost und West zu erreichen und ein Klima des Vertrauens zu schaffen durch zahlreiche Kontakte auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene.
 

Helmut Schmidt (SPD),
Bundeskanzler 1974-1982
 

Ostverträge


Im Rahmen der Entspannungspolitik schließt die BRD 1970 Verträge mit Moskau und Warschau und 1973 mit Prag. Kernpunkt dieser Verträge ist der gegenseitige Gewaltverzicht, die Anerkennung bestehender Grenzen und auf dieser Basis die Pflege gutnachbarlicher Beziehungen zwischen den Vertragspartnern.

Bundeskanzler Willy Brandt (vorne links) bei der Unterzeichnung des Moskauer Vertrags
 

Grundlagenvertrag


1972 geschlossener Vertrag zwischen der BRD und der DDR im Rahmen der Entspannungspolitik, der gutnachbarliche Beziehungen, die Unverletzlichkeit der bestehenden Staatsgrenzen sowie Gewaltverzicht auf beiden Seiten umfasst. Um die Kontakte zwischen der BRD und der DDR dauerhaft zu stärken, werden in den Hauptstädten Bonn und Ostberlin jeweils „Ständige Vertretungen“ eingerichtet.

Unterzeichnung des Grundlagenvertrags
(links: Michael Kohl, rechts: Egon Bahr)
 

Glasnost und Perestroika


Leitbegriffe der Politik des seit 1985 amtierenden sowjetischen Staatspräsidenten Gorbatschow, der eine grundlegende Reform von Staat und Gesellschaft will. Glasnost (Offenheit) bezieht sich auf die politische Diskussion, auf mehr Freiheitsrechte auch für Regimegegner, Perestroika (Umbau) bezeichnet die Reform des starren Wirtschaftssystems: Weg von der zentralen Planwirtschaft, hin zu mehr freier Marktwirtschaft.

 

Umbruch im Ostblock


Aufgrund des Reformkurses der UdSSR seit 1985 (Glasnost, Perestroika) müssen die Ostblockstaaten kein militärisches Eingreifen der Sowjetunion mehr befürchten (wie 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei), wenn sie Reformen durchführen wollten. So kommt es im Jahr 1989 mit Ausnahme von Albanien in allen Staaten des Ostblocks zu freien Wahlen, die den Weg ebneten für grundlegende politische und gesellschaftliche Reformen auf der Basis der Menschenrechte.

 

Tag der Deutschen Einheit


Nationalfeiertag der BRD. Am 3. Oktober 1990 tritt die ehemalige DDR mit ihren fünf neuen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland bei. Nach 45 Jahren ist Deutschland wieder vereint. Der bisherige Nationalfeiertag, mit dem man an den Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnert hat, wird durch den 3. Oktober 1990, den „Tag der Deutschen Einheit“, ersetzt.

Bundeskanzler Helmut Kohl (links) beim sowjetischen Staatspräsidenten Michael Gorbatschow zu Besuch im Kaukasus. Gesprächsthema: Die deutsche Einheit
 

Vertrag von Maastricht


1992 werden die Bedingungen für eine Wirtschafts- und Währungsunion und der Einführung des Euro, die 1989 beschlossen worden ist, festgelegt. Die Mitgliedsstaaten beschließen auf den Gebieten der Wirtschaft, der Außen- und Sicherheitspolitik bzw. der Inneren Sicherheit und der Justiz eine verstärkte Zusammenarbeit. Der Vertrag von Maastricht ist die Gründungsurkunde der Europäischen Union als Staatenverbund. Mit diesem Vertragswerk werden die Voraussetzungen für die Aufnahme weiterer Staaten in die Gemeinschaft der EU ermöglicht.
 

EU-Erweiterungen 1957-2013

 

Osterweiterung der EU


Nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Niedergang des Kommunismus in Osteuropa wollen zahlreiche Staaten Osteuropas Mitglied der EU werden. Die EU stellt dafür den Beitrittskandidaten drei Bedingungen: Ein demokratisches Regierungssystem, eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsstruktur und die Anerkennung des EU-Rechts, insbesondere die Einhaltung der Kriterien von Maastricht. Bis 2007 treten 10 osteuropäische Staaten der EU bei. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Zweiteilung Europas getan.
Im Jahr 2013 tritt Kroation als 28. Staat der EU bei.
 

Das Europa der 28 EU-Staaten