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Welttag des Buches am JEG

„Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“

 
„Es war interessant, verschiedene Arten von Literatur kennen zu lernen. Eine gute Abwechslung als Einstieg in die Unterrichtsstunden. Auch das Gespräch über das Gehörte fand ich gut.“
Sophie Wöber, 10b
 
Allein um die Freude am Lesen ging es den Initiatoren der Aktionen rund um den Welttag des Buches am Julius-Echter-Gymnasium. In einer Zeit, in der für viele Schüler der Umgang mit einem herkömmlichen Buch immer schwieriger wird, da beim Wischen über die Seiten sich diese nicht ‑ wie bei einem Smartphone – von selbst umblättern, gilt es, das Buch wieder stärker im Bewusstsein der Schüler zu verankern.
Heinrich Heine erkannte einst: „Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.“ Die ungehemmte Entdeckungsfreude und den gefahrlose Aufbruch in neue Welten hatten wohl auch die Katalanen im Sinn, als sie zu Ehren des Namenstages ihres Volksheiligen Sant Jordi (Sankt Georg) seit 1923 dazu übergingen, statt Rosen Bücher zu verschenken und lieben Menschen eine neue Welt zu eröffnen. Allein 1995 wurden in der Region um Barcelona vier Millionen Exemplare an einem einzigen Tag von Hand zu Hand gereicht. Um dieses besondere Kulturereignis, dass in Katalonien durchaus Volksfestcharakter aufweist, mit der ganzen Welt zu teilen, stellten die Katalanen einen Antrag an die UNESCO, den 23. April zum Welttag des Buches zu machen.

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Auch am JEG erscheint dieser „Gedenktag“ als willkommener Anlass, die Schüler unbefangen und ohne Verpflichtung mit literarischen Texten zu konfrontieren. Zahlreiche Leseinseln in und um das Schulhaus luden zum Zuhören ein. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer lassen während der Pausen kurze Passagen aus beliebten und geliebten Büchern vor und fanden trotz des Pausentrubels interessierte Zuhörer aus allen Jahrgangsstufen und dem Lehrerzimmer. Als besonderen Ohrenschmaus präsentierten die beiden diesjährigen Teilnehmerinnen an der Landkreisliteraturlesung ihre Texte in der Schulbücherei. Allen freiwilligen und eifrigen Vorlesern sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihr Engagement gedankt!



Vielstimmig eingefordert und interessiert verfolgt wurde auch der sogenannte „Literarische Stundeneinstieg“ in den Jahrgangsstufen 5-10. Die Initiatoren hatten einen reichen Fundus an lyrischen und epischen Texten zusammengestellt, die staunen, schmunzeln, aber auch nachdenken ließen, wenn sie zur Eröffnung einer Unterrichtsstunde genutzt wurden. Völlige Stille als Reaktion auf einen Text von Heiner Müller erlebt man zu Beginn einer naturwissenschaftlichen Stunde sicherlich selten. Das selbst gewählte Motto des Tages, Kafkas Appell, ein Buch müsse die Axt sein für das gefrorene Meer in uns, wurde nahezu greifbar.
Vielleicht ist es nicht gelungen, neue Leseratten zu finden und Bücherschränke zu füllen, doch neue Welten haben wir sicherlich erahnen lassen.
Susanne Pfefferer und Alexander Thum