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Besuch der Buchmesse

Literatur einmal anders

Das Julius-Echter-Gymnasium fährt zur Frankfurter Buchmesse

 
Zugegebenermaßen erwartet man bei der Ankündigung einer Ersatzveranstaltung für den Wandertag, die dann auch noch auf einen Samstag terminiert und mit Kultur verbunden ist, keine helle Begeisterung der angehenden Abiturienten. Doch die Q12 des Julius-Echter-Gymnasiums in Elsenfeld überrascht einmal mehr mit spontaner Freude über die geplante Fahrt zur Frankfurter Buchmesse am Besuchersamstag des 14. Oktober.



Der Onlineauftritt des Events am Main verspricht den „wichtigste[n] internationale[n] Handelsplatz für Inhalte, das Zentrum der internationalen Medienwelt und [ein] kulturelles Großereignis. An keinem Ort der Welt zeig[e] sich die Publishing- und Medienbranche vielfältiger, innovativer und internationaler“.

Und tatsächlich bieten sich den JEGlern vielfältige Gelegenheiten mit Persönlichkeiten aus der Literaturwelt in Kontakt zu kommen. So kritisiert der Kinderbuchautor Andreas Steinhöfel bei der Vorstellung seines neuen Buches „Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch“ den didaktischen Zeigefinger der deutschen Kinder- und Jugendliteratur und die Schriftstellerin Ulla Hahn erzählt von der Heldin ihres neuen Romans „Wir werden erwartet“, die sich auf der Suche nach dem Sinn des Lebens dem Kommunismus zuwendet. In der ARD-Halle promotet Gregor Gysi seine Biografie „Ein Leben ist zu wenig“ und teilt dabei Seitenhiebe auf die Bundeskanzlerin aus, der er mangelnde Visionskraft vorwirft. Gleichzeitig spricht Matthias Rüb über die Visionen des Revolutionärs Che Guevara, den er in seinem gleichnamigen Buch porträtiert hat. Von besonderem Interesse für die Französisch lernenden Schüler ist der Auftritt Frankreichs als diesjähriger Ehrengast, vor allem die Begegnung mit Didier Conrad und Jean-Yves Ferri, den Machern der beliebten „Asterix-Comics“, die sich von ihrer „Asterix-Welt“ begeistert zeigen und am glücklichsten sind, wenn diese auch ihren Lesern gefällt.
Doch das größte Interesse der Jugendlichen finden die wohl schillerndsten Gestalten der Buchmesse, die Cosplayer in ihren spektakulären Outfits. Fast schon unscheinbar wirkt da Harald Glööckler, der die von ihm gestaltete Luther-Bibel und sein Werk „Fuck you, Brain! Seien Sie alles – außer gewööhnlich“ vermarktet und so manches ungläubige Kopfschütteln provoziert.
A. Schneider